Gemeindewaldbesitzerverband NRW übt deutliche Kritik an der richtungsweisenden Förderpolitik des Bundes

Anlässlich seiner Mitgliederversammlung im Kreishaus Paderborn hat der Gemeindewaldbe- sitzerverband NRW deutliche Kritik an der richtungsweisenden Förderpolitik des Bundes über das Bundesumweltministerium geübt. Diesjähriger Gastgeber der Versammlung ist der Gemeindeforstamtsverband Willebadessen mit seinem Verbandsvorsteher Dr. André Brandt. Zentrale Botschaft von Christoph Ewers, Vorsitzender des Gemeindewaldbesitzerverbandes NRW und seinem Geschäftsführer Bernd Düsterdiek: Während die Wiederbewaldung und der Waldumbau vor Ort chronisch unterfinanziert bleiben, obwohl dies eine gesamtgesellschaftliche Klimaschutzaufgabe ist, fließen erhebliche Steuermittel des Bundes in den Ankauf von privaten Waldflächen durch Nichtregierungsorganisationen (NGO’s). Gleich zeitig ergibt sich aus einer Bestandsaufnahme zur Waldschadenssituation des Landes NRW, dass von den rd. 130.000 Hektar Schadflächen im Jahr 2024 erst 46 % wiederbewaldet sind. Ewers fordert mit Blick auf die Ergebnisse der forstpolitischen Umfrage seines Verbandes eine klare Priorität für Investitionen in die Wiederbewaldung statt Bundesförderung für ideologisch motivierte Projekte. Der Bund sollte diese Gelder besser den Ländern für Investitionen in den klimarobusten Waldaufbau zur Verfügung stellen. Auslöser der Kritik ist die Förderrichtlinie „KlimaWildnis“ des Bundes, die am 5. November 2024 in Kraft getreten ist und bis Ende 2027 läuft. Insgesamt stehen hierfür zurzeit 118 Millionen Euro aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz zur Verfügung. Mit diesen Mitteln werden schwerpunktmäßig Waldankäufe durch NGOs finanziert, verbunden mit dem Ziel, die Flächen vollständig aus der Nutzung zu nehmen. Ein aktuelles Beispiel sorgt in den Kommunen für besonderes Unverständnis: Die NABU-Stiftung erwirbt im Südharz rund 1.000 Hektar zusammenhängenden Buchenmischwald mit Bundesmitteln in Höhe von rd. 30 Millionen Euro. Die Flächen sollen als „Urwald von morgen“ sich selbst überlassen werden. Aus Sicht der kommunalen Waldbesitzer werden hier knappe Steuergelder gebunden, die an anderer Stelle dringend für Wiederbewaldung, Wald umbau und Klimaanpassung fehlen.

Kommunen fordern klaren Vorrang für Investitionen in Wiederbewaldung

Diese Prioritäten kritisiert der Verband vor dem Hintergrund einer aktuellen Umfrage unter seinen Mitgliedern scharf. Im Gemeindewaldbesitzerverband NRW sind rund 154.000 Hektar kommunaler Waldfläche organisiert. Der ermittelte Förderbedarf ist weiterhin enorm: Für die Wiederbewaldung werden Mittel für über 3.000 Hektar Kalamitätsflächen benötigt, davon mehr als die Hälfte in FFH- und Naturschutzgebieten. Hinzu kommen fast 880 Kilometer Wiederinstandsetzung von Forstwegen, die auch für die Erholungssuchenden von Bedeutung sind. Des Weiteren besteht Bedarf für über 5.000 Hektar Waldumbau, umfangreiche Maßnahmen zur Bodenschutzkalkung auf 12.000 Hektar, Investitionen in Biotop- und Arten schutz in Höhe von rund 4,9 Millionen Euro sowie erheblicher Bedarf im Forstschutz zur Waldbrandprävention, etwa für Feuerlöschteiche. „Diese Zahlen zeigen klar: Die kommunalen Wälder stehen vor riesigen Herausforderungen. Wer den Wald wirklich schützen will, muss ihn aktiv umbauen und pflegen – nicht großflächig stilllegen“, betont Ewers. Bewirtschaftete Wälder seien die effektivere Klimasenke, weil verjüngte, wüchsige Bestände mehr CO₂ binden, das Risiko von Waldverlusten senken und das geerntete Holz den Kohlenstoff langfristig speichere.

Wenn Steuergeld für Waldankauf, dann für Bürgerwald in kommunaler Hand – nicht für privaten NGO-Besitz

Unverständnis herrscht, dass mit Steuergeldern parlamentarisch nicht kontrollierte NGO‘s zu Grundbesitzern gemacht werden. Der Gemeindewaldbesitzerverband spricht sich im Zwei felsfalle für die Bildung von Bürgerwald statt privaten NGO-Besitzes aus. Das hat auch etwas damit zu tun, das Gemeindewald durch demokratisch gewählte Stadt- und Gemeinderäte kontrolliert wird“, erläutert Ewers als langjähriger Bürgermeister der NRW-Gemeinde Burbach. „Der Gemeinderat weiß, was dem Wald guttut. Stadt- und Gemeinderäte repräsentieren die gesellschaftliche Vielfalt vor Ort. Hier sitzen Naturschutzvertreter, Forstpraktiker, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürger an einem Tisch. Sie kennen ihren Wald und entscheiden in der Regel pragmatisch, angemessen und verantwortungsvoll – nicht ideologie- oder zeitgeistgetrieben. Mehr Gestaltungsspielraum für die Kommunen ist gelebte kommunale Selbstverwaltung und Ausdruck des Subsidiaritätsprinzips. Deshalb ist mein zentrales Credo: Steuergelder für den Wald gehören in den Bürgerwald der Gemeinden – nicht in privaten NGO-Besitz“, so Ewers zur Zielsetzung der kommunalen Waldbesitzerfamilie in NRW.

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