Bürgermeister Christoph Ewers zum neuen Vorsitzenden gewählt

Auf der digitalen Mitgliederversammlung des Gemeindewaldbesitzerverbandes NRW am 05. Mai 2021 wurde Bürgermeister Christoph Ewers (Burbach) zum Vorsitzenden gewählt. Unterstützt wird er durch den 1. Stellvertretenden Vorsitzenden Thomas Kämmerling (Betriebsleiter RVR Ruhr Grün), den 2. Stellvertretenden Vorsitzenden Hans-Jörg Düning-Gast (Verbandsvorsteher Landesverband Lippe) und den Erweiterten Vorstand. Verabschiedet wurde der Vorsitzende des Gemeindewaldbesitzerverbandes Bürgermeister a.D. Bernhard Halbe (Schmallenberg), der seit 2005 an der Spitze des Verbandes stand. Die Ergebnisse der Online-Abstimmung werden noch schriftlich bestätigt.

Mit Ewers hat sich die Verbandsversammlung für einen leidenschaftlicher Fürsprecher für Wald und Forst entschieden, der nicht nur seit 2003 als Bürgermeister der Gemeinde Burbach über langjährige Erfahrungen im „Kräftedreieck“ Bürgermeister, Rat und Verwaltung verfügt. Als studierter Forstwissenschaftler mit anschließender Tätigkeit in den Forstämtern Minden und Siegen und für das Düsseldorfer Umweltministerium bringt Ewers forstliches Fachwissen und Kompetenz mit.

10 Mio. Euro Soforthilfe für den Kommunalwald

„Drei Jahre Waldkrise mit Stürmen, Hitze, Dürre, Borkenkäferkalamitäten und Waldsterben haben die Forstwirtschaft in ihren Grundfesten erschüttert. Die aktuelle Situation in großen Teilen des Kommunalwaldes in Nordrhein-Westfalen ist Besorgnis erregend und hat in vielen Städten und Gemeinden für ein immer größer klaffendes Loch in den Stadtkassen gesorgt. Die vom Kommunalministerium Nordrhein-Westfalen in Aussicht gestellten zehn Millionen Unterstützung, um diese Verluste abzumildern, sind nicht nur ein Zeichen der Wertschätzung für den Wald. Sie geben den Waldbesitzenden auch eine Perspektive für die Wiederbewaldung der Kalamitätsflächen und den klimagerechten Waldumbau. Sie ist eine Chance für den Einstieg in mehr“, so Ewers und Geschäftsführer des Gemeindewaldbesitzerverbandes NRW Dr. Gerd Landsberg.

100 Mio. Euro Wiederbewaldungskosten im Kommunalwald

„Vom Klimawandel betroffen ist der gesamte Körperschaftswald in NRW. Dass weitere Unterstützung dringend notwendig sei, zeigen die Ergebnisse einer vom Verband im Frühjahr 2021 durchführten Schadensabfrage bei seinen Mitgliedskommunen“, so Landsberg. Danach hat sich die Schadholzmenge allein auf 113.00 Hektar Körperschaftswaldfläche von 620.000 Kubikmeter Sturmholz durch den Orkan „Friederike“ am 18. Januar 2018 auf 4,8 Mio. Kubikmeter Schadholz bis März 2021 kulminiert. 7.200 Hektar müssen wiederbewaldet werden. Hochgerechnet auf die gesamte Kommunalwaldfläche von 196.000 Hektar sind es 8,3 Mio. Kubikmeter Schadholz und 12.600 Hektar wiederzubewaldende Kalamitätsflächen.

„Wenn man im Durchschnitt von 8.000 Euro/Hektar Walderneuerungskosten ausgeht, müssen die kommunalen Forstbetreibe mindestens 100 Mio. Euro investieren“, so Ewers. Eine Finanzierung allein aus der Waldbewirtschaftung heraus könne nicht mehr gelingen. Mit dem Wald sei auf Jahre/Jahrzehnte kein Gewinn mehr aus dem Holzverkauf zu machen. Dies gelte insbesondere dann, wenn die gewinnbringende Nadelholzbestände zukünftig immer weiter abnehmen.

Fünf Millionen neue Bäume für den Kommunalwald

Die gute Nachricht sei, dass allein auf einer Fläche von 113.000 Hektar Kommunalwald rd. fünf Millionen neue Bäume gepflanzt werden. Dabei setzten die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen auf Laubholz mit heimischen Baumarten wie Eiche, Buche, Vogelkirsche oder Bergahorn. Gleichzeitig werde das Baumartenportfolio um klimaresistente Nadelhölzer wie Douglasie, Küstentanne, Lärche und auch eher noch fremdländische Baumarten wie Mammutbau, Libanonzeder, Hemlocktanne und Laubhölzer wie Esskastanie, Roteiche, Baumhasel und Tulpenbaum erweitert.

Ohne starke Wälder kein Klimaschutz

„Unsere Wälder sind die größten CO2-Senken. Ohne starke Wälder können wir die Klimaschutzziele nicht erreichen. Nachdem das Bundesverfassungsgericht Nachbesserungsbedarf beim Klimaschutz insbesondere für die Zeit nach 2030 eingefordert hat, wird die wichtige Klimaschutzfunktion des Waldes noch stärker gewichtet werden müssen. Deshalb müssen wir den Blick nach vorn richten, alle Kräfte bündeln und in einem gemeinsamen Kraftakt zusammen mit Politik, Waldbesitzenden und den Bürgern und Bürgerinnen unseren Wald fit für die Zukunft machen. “, so Ewers und Landsberg.

16 Jahre Leitung des Gemeindewaldbesitzerverbandes NRW

Der neue Vorsitzende Ewers und Geschäftsführer Dr. Gerd Landsberg sprachen Halbe ihren Dank und Anerkennung für sein Engagement für die Interessen der kommunalen Waldbesitzerfamilie aus. So habe sich Halbe auf der NRW-Ebene seit 1995 im Erweiterten Vorstand und seit 2005 als Vorsitzender des Gemeindewaldbesitzerverbandes, im Forstausschuss bei der Obersten Forstbehörde und in der Landesbetriebskommission engagiert. Auf der Bundesebene habe er die Interessen des NRW-Kommunalwaldes als Mitglied im Präsidium des Deutschen Forstwirtschaftsrates und im Gemeinsamen Forstausschuss „Deutscher Kommunalwald“ vertreten. Der Wald und eine starke Stimme der waldbesitzenden Kommunen in der Landes- und Bundespolitik seien für Halbe immer auch ein persönliches Anliegen gewesen.

Für eine erfolgreiche Verbandsarbeit sieht der neue Vorsitzende Ewers eine gute und verlässliche Zusammenarbeit mit den für Wald, Forstwirtschaft und Naturschutz zuständigen Ressorts, Vertreters der politischen Parteien, dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW, den Verbänden der Forst- und Holzwirtschaft, des Naturschutzes und weiteren Partnern als sehr wichtig an. In diesem Sinne möchte er die erfolgreiche Arbeit von Bernhard Halbe fortsetzen.

Gemeindewaldbesitzerverband NRW: Sprachrohr der kommunalen Waldbesitzerfamilie

Der Gemeindewaldbesitzerverband als Zusammenschluss von 141 waldbesitzenden Kommunen, Gemeindeverbänden und öffentlich-rechtlichen Körperschaften in NRW ist das Sprachrohr des Kommunalwaldes in seiner Vielfältigkeit vom großstadtnahen Erholungswald über den größeren Waldbesitz von Gemeinden und Gemeindeverbänden im ländlichen Raum bis hin zum kleineren Gemeindewald in Zusammenschlüssen mit Privatwald.

Dazu zählt die kleinste Gemeinde NRW, Dahlem in der Eifel und die größte kommunale Stadtwaldbesitzerin Deutschlands, die Stadt Brilon, der Landesverband Lippe, der RVR Ruhr-Grün, viele kleinere und mittlere Gemeinden in den ländlichen Regionen und auch große Städte wie Köln, Düsseldorf und die Bundestadt Bonn.

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