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Waldbesitzerverband

der Gemeinden, Gemeindeverbände und öffentlich-rechtlichen Körperschaften in Nordrhein-Westfalen  e.V.

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Erwartungen der Waldbesitzer an die neue NRW-Regierung

Der Vorstand des Gemeindewaldbesitzerverbandes NRW hat ein 10-Punkte-Programm mit forstpolitischen Erwartungen an die neue NRW Landesregierung verabschiedet, in dem zu mehr Wertschätzung und Gestaltungsspielraum für den Kommunalwald aufgerufen wird.

 

„Die waldbesitzenden Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen erwarten von der neuen Landesregierung mehr Wertschätzung und Gestaltungsspielraum für den Kommunalwald. Sie appellieren an die Parteien, die Vielfalt der Rolle des Kommunalwaldes von der Erholungsfunktion im Großstadtwald bis zur „naturalen Sparkasse“ für ländliche Kommunen zu stärken, eine Bevormundung der kommunalen Waldbesitzer zu vermeiden und den Kommunalwald als gesellschaftlich wichtigen Faktor anzuerkennen“, so der Vorsitzende des Gemeindewaldbesitzer-verbandes NRW, Bürgermeister Bernhard Halbe (Schmallenberg). In einem 10-Punkte-Programm hat der Vorstand des Gemeindewaldbesitzerverbandes NRW auf seiner heutigen Sitzung in Lemgo seine forstpolitischen Erwartungen an die neue Landesregierung verabschiedet.

„Die neue Landesregierung wird nach den Ankündigungen in den Wahlprogrammen die Forstwirtschaft und die nachhaltige Nutzung der Wälder wieder deutlich in den Vordergrund stellen. Die Kommunen wollen dazu ihren Beitrag leisten und haben konkrete Vorschläge erarbeitet, die die Anforderungen und Interessen von unseren Großstadtwäldern bis hin zu den kommunalen Forstbetrieben im ländlichen Raum berücksichtigen“, so der Geschäftsführer des Gemeindewaldbesitzerverbandes NRW, Dr. Gerd Landsberg.

Für die Zukunft der Forstorganisation sieht der Verband die Notwendigkeit, ein flächendeckendes Betreuungsangebot des Landes für den Kommunal- und Privatwald sicherzustellen. Gleichzeitig müssten kartellrechtliche Bedenken bei der Holzvermarktung ausgeräumt und kartellfeste Organisationsmodelle entwickelt und erprobt werden. „Wir kommen nicht umhin, Teile der bisherigen Organisation umzustellen. Dabei muss sichergestellt werden, dass die Kommunen nicht die Verlierer sind und der Wald - und hier insbesondere die kleineren Kommunen und der kleinteilige Privatwald - auch zukünftig bewirtschaftet werden können“, macht Halbe deutlich.

Bei der durch die Novellierung des Bundeswaldgesetzes erforderlich werdenden Umstellung von indirekter auf direkte Förderung müsse gewährleistet werden, dass die derzeitigen staatlichen Fördermittel den kommunalen Waldbesitzern vollständig erhalten bleiben. Landsberg verweist darauf, dass die kostenfreien oder nicht kostendeckenden staatlichen Dienstleistungen in der Vergangenheit immer als Ausgleich für die vom Kommunalwald erbrachten Gemeinwohlleistungen wie das freie Betretungsrecht gewährt wurden. Landsberg regt an, den kommunalen Waldbesitz im Gemeindefinanzierungsgesetz zu gewichten. „Viele waldbesitzende Kommunen können sich die staatlichen Forstdienstleistungen zu Vollkosten aus eigener Kraft kaum leisten. Das Land soll daher im kommunalen Finanzausgleich eine Sonderzuweisung „Kommunalwald“ schaffen“, regt Landsberg an.

Ein Schwerpunkt der Themen betrifft den Waldbau im Klimaschutz. Hier sieht der Verband große Vorteile durch die Nutzung von Holz statt Wälder bevorzugt stillzulegen. Daher setzen sich die Vertreter des Kommunalwaldes für ein Förderprogramm „Holzbau“ ein. „Dabei geht es nicht nur um finanzielle Anreize für Investoren und Häuslebauer, sondern insbesondere auch um die Entrümpelung der Bauvorschriften von Restriktionen, die das Bauen mit Holz erschweren. Heute bieten die technischen Innovationen enormes Potenzial für den Bau mehrstöckiger Holzhochhäuser im urbanen Raum, das auch in NRW genutzt werden sollte“, so Landsberg. In Österreich werde beispielsweise ein 24-geschossiges Holz-Hochhaus (HoHO Wien) in Seestadt Aspern gebaut.

Mit Blick auf die zukünftige Gestaltung des Naturschutzes fordert der Verband, weitere Schutzgebiete wie Wildnisentwicklungsgebiete oder Nationalparke nur mit Zustimmung der kommunalen Parlamente auszuweisen. Eine weitere Aufgabe sieht der Verband in der Stärkung der wald- und eigentümerfreundlichen Regelungen im Jagdgesetz und Öffentlichkeitskampagnen pro Holz und Wald NRW.

Die Sitzung des Vorstandes des Gemeindewaldbesitzerverbandes NRW fand auf Einladung von Anke Peithmann, Landesverbandsvorsteherin des Landesverbandes Lippe, im Schloss Brake in Lemgo statt. „Der Landesverband Lippe ist der größte Körperschaftswaldbesitzer in NRW und seit Jahrzehnten mit seiner nachhaltigen, naturnahen Bewirtschaftung seiner Wälder äußerst erfolgreich“, sagt Peithmann. „Wir arbeiten beim Gemeindewaldbesitzerverband NRW seit vielen Jahren aktiv mit und freuen uns, dass wir den Vorstand heute hier zu Gast hatten. Damit unterstützen wir die Verbandsarbeit und fördern den fachlichen Austausch.“


Rückfragen an:
Ute Kreienmeier, Stellv. Geschäftsführerin, T. 0228 – 9596227, Mobil: 0171-9533684

Zahlen und Daten zum Wald / Kommunalwald NRW

•   In NRW gibt es rund 915.000 Hektar Wald, das ist ein knappes Drittel der Landesfläche.
•   Die Waldfläche aller Gemeinden, Gemeindeverbände und öffentlich-rechtlichen Körperschaften in NRW beträgt 196.000 Hektar. Das macht 21 Prozent der Waldfläche im ganzen Land aus. Der Kommunalwald ist damit fast doppelt so groß wie der Staatswald NRW.
•   Bis 1970 war der größte Teil des Kommunalwaldes in 14 Gemeindeforstämtern organisiert, die sich bis auf das Gemeindeforstamt Willebadessen (Westfalen) und Aachen (Rheinland) aufgelöst haben.
•  Arbeitgeber Kommunalwald: Rund 150 kommunale Förster und Försterinnen arbeiten heute als Beamte oder Angestellte in rund 90 Kommunen auf rund 140.000 Hektar Waldfläche.
•   Über 300 Kommunen, Kreise, Zweck- u. Landschaftsverbände sind Mitglied in einem der 260 forstlichen Zusammenschlüsse (Forstbetriebsgemeinschaften).
•   12 Kommunen haben einen Betriebsleitungsvertrag, fünf Kommunen einen Betriebsleitungs- und Beförsterungsvertrag mit dem Landesbetrieb Wald & Holz NRW.
•   Die 16 Regionalforstämter von Wald und Holz NRW sind für alle Belange des Waldes zuständig. Die Betreuung des Privat- und Kommunalwaldes ist dabei ein deutlicher Schwerpunkt.

Zahlen und Daten zum Landesverband Lippe

•   Die Forstabteilung des Landesverbandes Lippe bewirtschaftet rund 15.900 Hektar Waldfläche naturnah und nachhaltig.
•   Die Wälder und die Arbeit der Forstabteilung sind PEFC-zertifiziert.
•   Die Forstabteilung pflegt und bewahrt zahlreiche Naturdenkmale und Natur-schutzgebiete.
•   Wanderer und Spaziergänger finden in den Wäldern des Landesverbandes
Lippe Schutzeinrichtungen, Waldparkplätze und ein umfangreiches Wegenetz vor.
•   Die Überschüsse, die die Forstabteilung erwirtschaftet, werden zur Finanzierung der Kultureinrichtungen des Landesverbandes sowie zur Förderung  der Kultur in Lippe genutzt.